Neuanfang 1949

Sollte das Bootshaus am alten Platz wieder aufgebaut werden oder war die Gelegenheit zum Umzug günstig? Pläne zum Wiederaufbau waren da, erste Anfänge des Vereinslebens waren ja auch schon zu registrieren, so in einer kleinen Unterkunft, für die keine Baugenehmigung vorlag. Aber die Hindernisse waren zu groß, außerdem gab es Pläne zu Veränderungen der Bebauung an der Rheinallee, die noch nicht ausgereift waren. Auch hatte sich im Strom etwas verändert, Kribben waren trockengelegt worden, so daß die Sportler mit ihren Booten einen erheblich weiteren Weg zum Wasser zurückzulegen hatten.

Bootstransport nach 1945
Bootstransport nach 1945

Übrigens - die Boote. Manche wurden weit weg vom Bootshaus aufgefunden, selten noch einsatzbereit. Aber unter Hajo Petermanns Leitung wurden alte Boote repariert. Außerdem wurden nach der Währungsreform neue angeschafft, sogar ein Zehner-Canadier, so daß schon 1951 erste Regatten gefahren werden konnten. Zuvor hatten sich die Sportler durch Training in einer Turnhalle und im Schwimmbad an der Kettwiger Straße fit gehalten. Das gesellige Leben kam auch nicht zu kurz, in Erinnerung ist vielen das Winterfest 1950 in der Rheinterrasse.

Bei der Mitgliederversammlung 1953 wurde ein komplett neuer Vorstand gewählt, der die Überlegungen zum Aufbau des alten, später aber zum Bau eines neuen Vereinsheims an anderer Stelle vorantrieb. Die Stadt ließ erkennen, daß es ihr lieb wäre, wenn am Löricker Sporthafen an der Einfahrt des alten Rheinarms ein Wassersportverein ansässig würde. Ein Grundstück war vorhanden, und der Verein ging an die Planung eines neuen Bootshauses. Bei einer Ortserkundung wurde klar, daß das Unternehmen umfangreicher werden würde als gedacht, denn es fehlten noch sämtliche Versorgungsleitungen. Trotzdem wurde im alten Pioniergeist des Vereins weitergeplant. Die Stadt Düsseldorf, die Bezirksregierung und der Landessportbund zeigten sich hilfsbereit, der Sportausschuß unter Vorsitz des unvergessenen F.D.R-Ratsherren Franz Graf sorgte dafür, daß die Optimisten Recht behielten. Im September 1956 wurde die Baugenehmigung erteilt.

In dieser Zeit der Planungen wurde der Sport im Behelfs-Vereinsheim an der Rheinallee 75 nicht vernachlässigt. Unter Hans Rein und Günter Weintz wurde trainiert, es wurde versucht, junge Leute zum Verein zu ziehen, 1952 stand bereits eine feste Rennmannschaft, die auch gleich einen Sieg im Vierer holte. 1954 gab es gleich ein Dutzend herausragende Leistungen, so errangen die Junioren das "Blaue Band der Weser". 1955 wurde gar ein Jahr der Triumphe, ein Trend, der sich bis zum Ende des Jahrzehnts fortsetzte.

Während all dieser Jahre mußten sich Verein und Vorstand gleich intensiv auf zwei Ebenen bewegen. Das eine war die sportliche, das andere die des Vereinsheims. Am 28. September 1957 wurde der Grundstein auf dem Deich bei Lörick gelegt. Schon am 23. November 1957 war Richtfest. Allerdings hatte sich der KD zu früh gefreut. Zwei Wochen später stürzte ein Teil der oberen Decke ein. Drei Arbeiter wurden dabei getötet. Der Schock saß auch den Sportlern in den Knochen. Aber dann wurde das Tief überwunden. Es dauerte ein ganzes Jahr, bis das Bootshaus schließlich soweit stand, daß es eingerichtet werden konnte. Alle schöpften wieder Mut durch neue Erfolge und am 17. Januar 1958 wurde das alte Bootshaus an der Rheinallee endgültig verlassen, es wurde vom Stadtsportamt dem Turnverein Jahn 05 übergeben.

Grundsteinlegung zum neuen Bootshaus Niederkasseler Deich
Grundsteinlegung zum neuen Bootshaus Niederkasseler Deich

Am 9. und 10. Mai wurde das Bootshaus mit einem großen Fest eingeweiht. Der Ökonom wohnte bereits dort mit seiner Familie, zielstrebig wurden die verschiedenen Räume eingerichtet. Das Vereinsleben hatte wieder einen attraktiven Mittelpunkt. Sportliche Erfolge wurden jedoch seltener. Es fehlte an Nachwuchs, sowohl bei den Kanuten als auch bei den Trainern. Schließlich wurde die Rennmannschaft aufgelöst. Noch längere Zeit allerdings wurde das Kanuwandern mit Leidenschaft gepflegt. Zeigten sich dabei junge Renntalente, stellte man ihnen den Beitritt zu entsprechenden Vereinen frei.

Clubhaus Niederkasseler Deich 301, Einweihung am 9. Mai 1959
Clubhaus Niederkasseler Deich 301, Einweihung am 9. Mai 1959

Das gesellige Leben bekam wachsende Bedeutung. Vor 25 Jahren, am 26. Oktober 1969, wurde das erste Löricker Hafenfest von den Clubkameraden Jako Leuchten, Günter Veh und Gerd Fischer ausgeführt. Dies war der Anlaß, auf dem KD-Gelände den heutigen Flaggenmast aufzurichten.

Die Clubkameraden Bernd Bock und Jako Leuchten zeigten hierbei ihr fachmännisches Können.

Mit 72 Musikern, der Wuppertaler Polizeikapelle und dem Düsseldorf-Hammer Fanfarenchor, wurde ein gemeinsamer Umzug aller Wassersportler, der fünf anliegenden Wassersportvereine, im Löricker Sporthafen durchgeführt. Auf dem Leinpfad, vor dem Clubhaus, stellte sich hiernach die Formation zur Flaggenparade auf. Mit einem Achtungspfiff der Bootspfeifen wurden alle Flaggen und Wimpel an den Masten und Toppen gehisst.

Ein Platzkonzert der beiden Musikzüge auf dem Vorplatz des Clubhauses brachte den richtigen Schwung in dieses erste Löricker Hafenfest mit dem üblichen Klönsnack mit Seemannsgarn und sonstigem Allerlei.

Auch fanden viele den Mut und gaben die Zusage, dieses Hafenfest zu einer Tradition im Löricker Hafen werden zu lassen. Bis zum heutigen Tage hat jeder Club alle fünf Jahre die Durchführung des Hafenfestes vorgenommen.

Alle Teilnehmer und Gäste freuten sich über den Schlag einer guten Erbsensuppe, die von dem ehemaligen Feldkoch Kurt Schneider zubereitet und mit einer großen Kelle aus der preußischen Gulaschkanone serviert wurde.

Seit dieser Zeit findet, auch über die Grenzen von Düsseldorf hinaus, in den meisten Sporthäfen am Rhein ein zünftiges Hafenfest statt. Gibt es doch dem Wassersportler meist einen triftigen Grund, den Kurs zu solchen Anlässen abzustecken um auch gleichzeitig zu anderen Häfen neue Bande zu knüpfen. In diesem Jubiläumsjahr ist selbstverständlich der KYD an der Reihe.

Löricker Hafenfest 1969
Löricker Hafenfest 1969

Mit einigen Monaten Verspätung, nämlich am 24. Mai 1970, war das fünfzigjährige Bestehen gefeiert worden. In jenem Jahr entstand auch die "Kanu-Leistungsgemeinschaft" der Düsseldorfer Vereine "Freie Wasserfahrer", "Düsseldorfer Kanu-Club" und "Kanu-Club Düsseldorf (KD)", in dem der Rennsport gemeinsam betrieben wurde, da für einzelne Vereine die finanziellen Lasten zu groß geworden waren.

Das Vereinsleben lief in ruhigen Bahnen, sieht man von manchem Wechsel im Vorstand ab. 1974 war das vom KD ausgerichtete Hafenfest besonders erfolgreich, 1975 gab es Brandschaden in der für die Ökonomenfamilie ausgebauten Dachgeschoßwohnung. Mit dem Silvesterball wurde in jenem Jahr eine neue Tradition gegründet. Inzwischen ist der Reigen der Feste noch um St. Nikolaus und einen Frühschoppen am 1. Weihnachtstag erweitert worden. Im übrigen ist das Vereinshaus beliebter Ort für Familienfeste aller Art der Mitglieder. Immer wieder sorgt auch der Verein dafür, daß das Haus mit allen Einrichtungen seinen Wert behält, sei es durch äußere Verschönerung oder innere Erneuerung, von der Anlage einer Wiese bis zum Einbau einer Heizung. Und noch immer führte der Club seinen alten Namen. Noch 1977 wurde der Antrag einer Namensänderung abgelehnt. Ein Jahr später, im Januar 1978, war die Lage anders. Seit jener Mitgliederversammlung heißt der Verein "Kanu- und Yachtclub Düsseldorf e.V." (KYD), der Name soll ebenso auf die Herkunft des Vereins, den Kanusport, verweisen, wie auf die geänderten Interessen seiner Mitglieder.

 

Für unsere Mitglieder

Sie können hier Zugangsdaten für unseren geschützten Bereich (ganz oben "Login") beantragen. Alle weiteren Schritte laufen über Benachrichtigungen per E-Mail.

Zugangsdaten beantragen.