1979 - 1994

1979, zum sechzigjährigen Bestehen, erhielt das Bootshaus eine Terrasse, neue Spinde und neue Bestuhlung. Dafür gaben Vereinsmitglieder Darlehen. Sie konnten das umso leichter tun, als das Haus seit 1967 schuldenfrei war.

Zum Ansehen des Vereins trug auch eine seemännische Gemeinschaftsleistung von Jakob Leuchten und Wilhelm Gronemeyer bei. Ein Knotenbrett und die dazu-passende Vitrine wurden dem Verein zum sechzigjährigen Bestehen überreicht.

Die Jahreshauptversammlung des KYD im November des Jubiläumsjahres 1979 war nicht die harmonischste im Vereinsleben. Die Gruppe der Wanderfahrer, 31 Leute an der Zahl, hatte geschlossen die Mitgliedschaft aufgekündigt, da sie sich in einem Verein "der sich immer mehr zum Yacht-Club entwickelt" nicht so gut aufgehoben fühlte. Das Zelten auf der Vereinswiese sei ihnen verwehrt, die Mitgliedsbeiträge für junge Leute zu hoch, das Interesse des Vorstands an der Jugendarbeit reiche nicht aus. Dazu kam, daß die Mitgliedschaft des Vereins in der KLG, der Kanu-Leistungs-Gemeinschaft, gekündigt wurde. Rektor Pauly, damals noch nicht im Ruhestand, versprach Aktivitäten, um Schülerinnen und Schüler auf den Wassersport im KYD hinzuweisen.

Schulungsprogramme, wie Bootsführerscheine und Funksprechzeugnisse, waren in den bewährten Händen von Fritz Henke und Hans-Gerd Leiner gut aufgehoben.

Feiern und Geselligkeit nahm im Verein immer eine besondere Stellung ein. Teilnahme am Veedelszug in Niederkassel mit einem Karnevalswagen, Bootstaufen mit Neptun und Gefolge, Filmabende mit Karl Mierau, Rad- und Bildersuchfahrten, Tanz in den Mai, Nikolaus- und Silvesterbälle und Geburtstagsfeten sind unvergessene Erlebnisse und zeugen von einer Kameradschaft, auf die man stolz sein kann.

Die Organisation und Programmgestaltung lagen und liegen bis zum heutigen Tage in den bewährten Händen von Ria und Kurt Büschgens.

Zum Glück gab es Themen, die die Vereinsmitglieder mit Optimismus erfüllten. Da waren die Renovierung des Treppenhauses und viele andere Verbesserungen, die meist durch die Mitglieder finanziert wurden, für den Rest wurde eine Hypothek aufgenommen. Der Steg war im Sommer fast leer - ein positives Zeichen für die Gemeinsamkeiten im Verein, denn mehrere Boote waren gemeinsam auf die Reise gegangen. England, Holland, Ost- und Nordsee und das Mittelmeer wurden von Düsseldorf aus erkundet. Unvergessen die Englandreise von Rudi Linder und seiner Clubcrew mit der MS Patito und die Mittelmeerreise von Franz und Agnes Frey. Clubmitglieder Peter Schmieder und Karlheinz Hahn überquerten im Jahre 1991 den Atlantik von Amerika nach Europa. Eine hervorragende seemännische Leistung. Die Teilnahme an der offiziellen Anfahrt im Frühjahr, Abfahrt im Herbst auf dem Rhein gab dem KYD Gelegenheit, sich im besten Licht zu zeigen. Trotz der internen Unruhen war es ihm überdies gelungen, im Jubiläumsjahr ein erfolgreiches Hafenfest zu gestalten.

Die Frage der Jugendarbeit, durch den Austritt der Wasserwanderer 1979 akut geworden, durchzieht die Diskussionen der Jahreshauptversammlungen der achtziger Jahre. Die einen erinnern sich der Anfänge des Vereins und der großen sportlichen Erfolge, die anderen halten die Jugendarbeit mit dem Ziel sportlicher Erfolge im Kanusport für zu aufwendig für einen einzelnen Verein, zumal da inzwischen Kanuvereine in Nachbarstädten talentierte Jugendsportler mit Handgeld lockten. Die Yachtbesitzer konnten sich auf eine neue Steganlage freuen, für die die Liegegebühren nach Bootsgröße gestaffelt werden sollten. Im Oktober 1980 konnte der Verein seine neue Steganlage, welche vom damaligen 1. Vorsitzenden Bernhard Böck konstruiert wurde, einweihen. Unter großer finanzieller Beteiligung und persönlichem Einsatz aller Steganlieger wurde dieses Projekt durchgeführt.

Montage der neuen Steganlage
Montage der neuen Steganlage

Während einerseits die Mitglieder immer wieder mit Spenden und Eigenleistungen zum Leben und zur Werterhaltung des Clubs beisteuerten, machte andererseits die Jugendarbeit wieder Sorge, da spektakuläre Erfolge ausblieben. Auch zeichnete sich ein Wechsel im Vereinsvorstand ab. Am 24. November 1984 eröffnete ein neuer Vorsitzender die Jahreshauptversammlung:

Udo Pollok, der jetzt, im 75. Jahr des Vereins, sein Zehnjähriges als Vorsitzender feiern kann. Es sind Jahre, die gekennzeichnet sind durch wachsendes Engagement der Mitglieder für ihren Verein, aber auch durch ständig zurückgenommene Förderung durch die Landeshauptstadt, deren Kassen zusehends leerer wurden. Probleme bereitete weiterhin die Jugendarbeit. So trat 1988 die Kanu-Jugendabteilung aus, so daß der Club auf einen Schlag 13 Mitglieder verlor.

Aber wie so oft im Leben des KYD wurde auch dieses Tief überwunden. 1990 zählt er 149 Mitglieder, ein Höhepunkt des Vereinslebens. In der Rekordzeit von 14 Tagen wurde der Clubraum umgebaut und durch Mitglieder renoviert. Unter der Federführung von Günter Lewand erstrahlten die Clubräume in einem neuen Glanz. Karl Mierau, Kurt Büschgens, Gerd Kessel, Harry Wesemüller und die Gebrüder Göbel traten hier durch besondere Aktivität hervor. Für den richtigen Anstrich sorgte Jürgen Hildebrandt mit seiner Mannschaft.

Neue Fenster konnte sich der Club durch sein hervorragendes Ergebnis aus dem Hafenfest 1989 erlauben. Fritz Henke setzte sich hierfür besonders ein. Auf Geldmangel in öffentlichen Kassen ist zurückzuführen, daß bis heute die nötige neue Spundwand im Löricker Hafen nicht eingezogen werden konnte. Auch besteht nach Meinung des Vereins Gefahr für Passanten durch überalterte Bäume auf dem Deich vor dem Clubhaus. Der Campingplatz, der eigentlich im Frühjahr 1994 geräumt werden sollte, um eventuell für eine Hafenerweiterung Platz zu schaffen, bleibt vorläufig bestehen. Ungeklärt ist auch die Höhe der Hafennutzungsgebühr, die von der Stadt gegen den Protest des Vereins um 130 Prozent angehoben wurde.

Geklärt ist die Lage des Vereins: 138 Mitglieder, ein Clubhaus frei von Hypotheken, ein Erbpachtvertrag, der bis 2033 gilt. Und im Clubraum eine Sehenswürdigkeit, die in Wort und Bild von den Ortszeitungen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde: 5.000 Stunden Klein- und Feinarbeit hat Jakob Leuchten, 70, seit vielen Jahren Clubmitglied, auf die Restaurierung der "Potosi" verwendet. Das ist ein 1.70 Meter langes, 1,50 Meter hohes Modell-Segelschiff. Das Original, ganz aus Stahl, hat von 1895 bis 1914 unter deutscher Flagge die Meere befahren und war für seine Schnelligkeit berühmt.

Im festlichen Rahmen und im Beisein vieler KYD-Mitglieder und Ehrengäste wurde am 30. April 1993 das Modell der Fünfmastbark "Potosi" dem Kanu- und Yachtclub Düsseldorf überreicht.

Der letzte Rheinfischer Wilhelm Wirtz schenkte, das nun über 40 Jahre alte und vom Zahn der Zeit sehr abgetakelte Modell, 1991 dem Kanu- und Yachtclub Düsseldorf. Nach 18monatiger Arbeit konnte Jakob Leuchten das nun wirkliche Modell der "Potosi" anfertigen und ausbauen.

Der Anstrich wurde von meisterlicher Hand von Clubfreund Karl Mierau ausgeführt. Clubfreunde Fritz Öl und Fritz Henke bauten für die Ausstellung des Modells die erforderliche Glaskuppel und den fahrbaren Unterschrank. Die Herstellung dieses Glanzstückes wurde auch durch die Spendenfreudigkeit der Clubmitglieder des Kanu- und Yachtclubs Düsseldorf möglich.

Die Fünfmastbark "Potosi" bleibt ein Blickpunkt im Clubhaus. Auch beim Hafenfest im Jubiläumsjahr am 10. und 11. September 1994 wird sie ein Mittelpunkt sein, Ansporn gerade für die Jugend, den Bootssport weiterzubetreiben.

Die "Potosi" im Clubraum des Kanu- und Yachtclubs Düsseldorf
Die "Potosi" im Clubraum des Kanu- und Yachtclubs Düsseldorf

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